04. Dezember 2008

Ranking

Private Wirtschaftshochschulen im Vergleich

Von Hans-Martin Barthold




06. März 2006 
Zum dritten Mal hat der Hochschulanzeiger eine Umfrage unter Absolventen privater Wirtschaftshochschulen durchgeführt. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Privaten bestätigen ihre guten Ergebnisse aus unseren Rankings 2002 und 2004, obschon die einzelnen Hochschulen unterschiedlich abschnitten. Das ist um so bemerkenswerter, als sich das Wettbewerbsumfeld im Bildungsmarkt seitdem deutlich verschärft hat - auch für die privaten Hochschulen. So treffen die von ihnen ausgebildeten Wirtschaftswissenschaftler auf einen zuletzt um 5 Prozent geschrumpften Arbeitsmarkt.

Teilnehmerfeld: mit Rang und Namen
Eingeladen zur Teilnahme an unserem Ranking waren alle deutschen, österreichischen und schweizerischen Hochschulen in privater Trägerschaft mit betriebswirtschaftlich ausgerichteten Studiengängen. Als einzige Voraussetzung forderten wir die staatliche Anerkennung oder eine Akkreditierung, darüber hinaus mußten die Teilnehmer in den Jahren von 2000 bis 2004 über Absolventen verfügen. Am Ende stellten sich unserem Leistungsvergleich 31 Hochschulen. Von den deutschen privaten Hochschulen sind, wie schon in den Vorjahren, alle dabei. Lediglich die unternehmerisch verbundenen Fachhochschulen Nordhessen und Plauen mochten sich erneut nicht beteiligen. Einen Korb erhielten wir auch von der Fernfachhochschule Schweiz aus Brig. Mit den Fachhochschulen Kufstein Tirol, bfi Wien, IMC Krems, MCI Innsbruck sowie CAMPUS02 Graz übten auch einige österreichische Kandidaten Abstinenz. Schade, denn die übrigen Teilnehmer aus den Alpenrepubliken schlugen sich mit ihren Studienangeboten wacker. Wir hoffen auf größeren Mut bei der nächsten Evaluation 2008. Immerhin gewinnen österreichische und schweizerische Hochschulen für deutsche Gymnasiasten zunehmend an Attraktivität. Die Fachhochschule der Wiener Wirtschaft stieg ebenso wie die Rheinische Fachhochschule Köln während des laufenden Verfahrens aus. Als Grund wurden Probleme genannt, den Kontakt zu den Absolventen nicht in dem von uns geforderten Umfang - Beteiligung von mindestens 30 Prozent - herstellen zu können. Daran scheiterte schließlich auch unsere Einladung an die Universität Mannheim. Mit ihr wollten wir, wie von unseren Lesern in der Vergangenheit oft gefordert, einen ersten Vergleich gegenüber einer der besten deutschen staatlichen Hochschulen herstellen. Auch hier hoffen wir auf die Zukunft und dürfen die privaten Hochschulen für ihre mehrheitlich gute Alumni-Arbeit loben, allen voran die Private Fachhochschule Göttingen, die Handelshochschule Leipzig, die WHU Vallendar und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, deren Rücklaufquoten über 50 Prozent betragen!

Methode: den Berufserfolg untersucht
Für die Erhebung und Bewertung der Daten bleiben wir unserem outputorientierten Ansatz treu. Bewußt entsagen wir allen hochschulpolitischen Ambitionen. Und wir wollen auch nicht vorschreiben, wie die optimale Hochschule aussehen soll. Da unser Interesse der Frage gilt, ob sich die Absolventen bestimmter Hochschulen auf dem Arbeitsmarkt besser oder schlechter durchsetzen, konzentrieren wir uns auf die Analyse des Berufserfolgs von Hochschulabsolventen. Dabei halten wir es mit der Stiftung Warentest und beschränken uns darauf, das „Produkt“, nicht jedoch die „Produktionsanlage“ und den „Produktionsprozeß“ zu evaluieren. Denn beides ist Sache des „Herstellers“ und interessiert den „Kunden“ wenig. So haben wir uns wiederum direkt an die Absolventen gewandt - an knapp 12.000 Diplom-Kaufleute und Diplom-Betriebswirte. Mit der Frage nach ihrem Karriereerfolg baten wir um Auskunft darüber, wie gut sie durch ihre jeweilige Hochschule auf den „Arbeitsmarkt“ vorbereitet wurden. Wir haben uns für dieses Verfahren entschieden, weil es alle Vorteile auf seiner Seite hat. Es garantiert Datenqualität aus erster Hand und schließt gleichzeitig das Urteil der Personalentscheider mit ein. Authentischer gehts nicht. Um so erstaunlicher ist, daß - wie die Fachhochschule Heidelberg und die Cologne Business School - einige Hochschulen noch immer einen nur eingeschränkten Zugang zu ihren Ehemaligen haben. Wie sie aber ohne deren Feedback ihrem Anspruch, marktgerecht ausbilden zu wollen, Rechnung tragen können, bleibt im dunkeln.

>>> Zum nächsten Teil: Private Wirtschaftshochschulen im Vergleich - Teil 2

Daten, Fakten, Ergebnisse

Hier finden Sie die Besten Hochschulen in den von uns bewerteten Kategorien sowie Hintergrundinformationen zu unserem Ranking und die Möglichkeit zur individuellen Recherche in unserer Datenbank mit allen Daten der Umfrage.

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Text: Hochschulanzeiger Nr. 83, 2006
Bildmaterial: Moni Port, Labor